Kinder brauchen täglich viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Bewegung. Jede neue Bewegungserfahrung fördert die motorische, kognitive und soziale Entwicklung:
Geben Sie Ihrem Kind jeden Tag Gelegenheit, sich ausgiebig zu bewegen – zu laufen, rennen, klettern und toben.
Mit dem freien Gehen wird das „Draußen“ immer verlockender und wichtiger zum Austoben. Auf dem Spielplatz, auf der Wiese, auf Spaziergängen im Park, Wald oder Feld lernt Ihr Kind, immer sicherer und geschickter mit seinem Körper umzugehen und eignet sich weitere Bewegungsfertigkeiten an:
Wenn Ihr Kind seine neuen motorischen Fähigkeiten unter den verschiedensten Bedingungen an wendet, verbessert sich seine Koordination, Ausdauer und Muskelkraft. Für Sie als Eltern kann es dabei manchmal ganz schön anstrengend werden…
Gehen Sie mit Ihrem Kind möglichst täglich an die frische Luft, Kinder spielen auch bei schlechterem Wetter gern im Freien!
Nicht vergessen: Ist Ihr Kind bei Spaziergängen oder Wanderungen in der Trage, sowohl vor Sonnen als auch vor Kälte zu schützen! Kleinkinder kühlen doppelt so schnell aus wie Erwachsene. Die mangelnde Bewegung in der Trage verstärkt das noch.
In der kalten Jahreszeit ist das Eltern-Kind-Turnen für Ihr Kind eine gute Möglichkeit, vielfältige Bewegungserfahrungen mit anderen Kindern zu sammeln.
Einjährige können schon mit einem Rutschauto unterwegs sein. Mit zwei Jahren stärken Kinder auf einem Laufrad oder Roller nicht nur ihre Motorik, sondern auch ihren Gleichgewichtssinn.
Laufräder sind äußerst beliebt, sie bringen Kinder in Schwung. Mehr als die Hälfte aller Kinder fährt Laufrad. Die kleinen Räder bereiten sie ab zwei oder zweieinhalb Jahre optimal aufs Radfahren vor, trainieren ihre Motorik und ihren Gleichgewichtssinn.
Achten Sie auf gepolsterte Lenkerenden. Sie schützen vor Verletzungen.
Ein tiefer Einstieg sorgt für einfaches und sicheres Auf- und Absteigen.
Bei höhenverstellbarem Lenker und Sattel wächst das Laufrad mit. Die optimale Sattelhöhe: Wenn das Kind sitzt und die Füße den Boden berühren, dürfen die Beine nicht ganz durchgestreckt sein, damit es sich gut abstoßen und wieder abstützen kann.
Ein ergonomisch geformter Sattel stabilisiert die Haltung des Kindes und unterstützt seine Laufbewegungen. Ein Ständer sorgt fürs sichere Abstellen.
Zum Spielen, Toben und Ausprobieren brauchen Kleinkinder ausreichend Raum. Richten Sie ihrem Kind dauerhaft oder vorübergehend „Tobe-Ecken“ ein – vielleicht eine alte Matratze mit vielen Kissen und Decken zum „Abpolstern“.
Ohne großen Aufwand lässt sich in der Wohnung eine richtige „Bewegungslandschaft“ erstellen, zum Beispiel mit einem Krabbeltunnel, Sitzwürfeln, Kartons, Stühlen und vielem mehr. Oft gibt es hier auch günstige Secondhand-Angebote.
Kleinkinder lieben Orte, in die sie hineinkriechen und sich verstecken können: Tunnel, kleine Indoor-Zelte oder die selbst gebaute Höhle unterm Tisch.
Bewegungslieder wie „Häschen in der Grube“ oder „Ringareia“ machen nicht nur den Kindern Spaß!
Barfußgehen ist das Beste für Kinderfüße. Die Muskulatur wird abwechslungsreich geschult und gekräftigt. Außerdem erholen sich die Füße optimal vom Schuhe tragen.
Kinderschuhe sollten möglichst weich und beweglich sein.
Kinderschuhe benötigen im Zehenraum mindestens 12 mm Spielraum.
Kinder können noch nicht spüren, ob die Schuhe passen. Selbst Schuhe, die deutlich kürzer als die Füße sind, werden von vielen Kindern als „passend“ bezeichnet. Deshalb: Passform der Kinderschuhe alle 3-4 Monate überprüfen.
Fuß auf einen Karton stellen. Den Fußumriss abzeichnen und an der längsten Zehe mindestens 12mm (für neuen Schuhen 17 mm) hinzufügen. Den Umriss ausschneiden und mit der Innensohle des Schuhs vergleichen.
Im zweiten Lebensjahr verfeinert sich zusehends das Zusammenspiel von Augen und Händen. Ihr Kind weiß seine Fähigkeit, etwas mit den Kuppen von Daumen und Zeigefinger zu fassen (Pinzettengriff), nun immer sicherer und geschickter einzusetzen:
Ihr Kind kann sich unermüdlich damit beschäftigen, selbst kleinste Krümel und Fusel mit den Fingern aufzulesen.
Ihr Kind kann jetzt Stifte mit der Faust greifen und baut seine ersten Türme.
So langsam bevorzugt Ihr Kind die rechte oder linke Hand beim Greifen.
Die Bewegungen des Handgelenks werden mit denen der Finger immer besser koordiniert. Damit ist Ihr Kind nun in der Lage, das Spielzeug in seiner Hand auch gezielt loszulassen und zielgenau am richtigen Platz abzulegen: Wenn Sie Ihr Kind bitten, Ihnen sein Spielzeug zu geben, das es in der Hand hält, legt es dies in Ihre Hand.
Ihre Kinderärztin, Ihren Kinderarzt
Tipp: Bewegungsangebote in Ihrer Gemeinde