Die Fähigkeit, mit anderen Personen in Kontakt zu treten, nimmt im zweiten und dritten Lebensjahr zu. Ihr Kind braucht aber noch die Unterstützung einer vertrauten Bezugsperson. Bevor es Mama oder Papa loslassen kann, muss es die neue Betreuerin, den neuen Betreuer sehr gut kennen.
Trennen bedeutet für ein Kind bis etwa zwei Jahre: Verlassen werden. Es hat noch keinen Begriff von Zeit, deshalb helfen Sie ihm auch nicht mit Versprechen wie „Ich komme in zehn Minuten wieder.“
Fragen zur Orientierung
Hinter Trotzreaktionen stecken letztlich immer enttäuschte Erwartungen, wie zum Beispiel:
Kleinkinder können Zeit nur erleben, indem sie immer wieder erfahren: Mama oder Papa geht … und kommt dann wieder zurück. Beginnen Sie mit wenigen Minuten und steigern Sie Ihre Abwesenheit nur langsam. Damit Sie das mit der nötigen Gelassenheit tun können, brauchen Sie vor allem viel Zeit.
Setzen Sie Ihren Wiedereinstieg in den Beruf frühestens drei Monate nach Betreuungsbeginn an! Halten Sie die ersten Eingewöhnungstage kurz, damit Ihr Kind die neue Umgebung gut gelaunt verlässt und dieses Gefühl mitnimmt.
Es gibt Kinder, die sich den Stress des Überganges vom Elternhaus zur Betreuung nicht oder kaum anmerken lassen. Das soll Sie nicht dazu verleiten, die Eingewöhnungsphase abzukürzen. Der Trennungsschmerz zeigt sich sonst möglicherweise indirekt oder verspätet.
Für Ihr Kind sind die Stunden in der Gruppe anstrengend. Es hat noch ein geringes Verständnis für Zeit – beachten Sie dies bei der Festlegung der Betreuungszeit.
Auch nach der Eingewöhnung sollte die Betreuungszeit noch eine Weile auf zwei bis drei Stunden pro Tag beschränkt bleiben.
Mittagessen und Mittagsschlaf werden erst Schritt für Schritt von zuhause zur Kinderbetreuung verlegt. Die Kinderkrippe bietet nicht nur Betreuung, sondern auch Förderung der Kinder. Soziales Lernen, Sinnes- und Bewegungsentwicklung stehen dabei im Mittelpunkt.
Gestalten Sie Abschied und Wiederkommen nach einem persönlichen Ritual. Sie können ihrem Kind einen kleinen Gegenstand (z.B. ein Kuscheltier) dalassen.
Wenn Sie Ihr Kind abholen, lassen Sie es beenden, was es gerade macht. Sie sollten jetzt nicht in Eile oder unter Druck sein.
Nehmen Sie sich nach dem Heimkommen viel Zeit fürs Kind.
Achten Sie darauf, was die Betreuung bietet:
Vergessen Sie nicht, dass auch Sie als Mutter oder Vater unter der Trennung leiden dürfen. Zum ersten Mal vertrauen Sie jemandem täglich und für längere Zeit Ihr Kind an. Das wird Ihnen umso leichter fallen, je mehr Vertrauen Sie selbst der Betreuungsperson schenken. Ermutigung in dieser Situation finden Sie bei Eltern von bereits eingewöhnten Kindern.
Überlegen Sie gemeinsam mit dem anderen Elternteil, welche Vorstellungen Sie von Kleinkindbetreuung oder Tageseltern haben.
Melden Sie Ihr Kind rechtzeitig an.
Wenn Sie aus mehreren Einrichtungen wählen können, achten Sie auf:
Besuchen Sie Elternabende und beteiligen Sie sich an Elternaktivitäten.